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    Manual der Filmkameratechnik (Paperback)

    In leicht verständlicher Form erläutert das Manual der Filmkameratechnik alle Aspekte der Filmaufnahme, ohne durch zuviel theoretischen Ballast zu verwirren. Grundlagen der Film- und Videotechnik werden anschaulich erklärt und durch eine Vielzahl, teilweise farbiger Abbildungen verdeutlicht. In sich abgeschlossene Themen- blöcke (Filmmaterial, Formate, Geometrische und Physikalische Optik, Objektive, Filter, Kamera, Grundlagen der Videotechnik) ermöglichen schnellen Zugriff auf gewünschte Informationen. Zahlreiche Formeln und Tabellen, sowie ein ausführlicher Index machen das Manual der Filmkameratechnik ausserdem zu einem nützlichen Nachschlagewerk für Anfänger und Profis.

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    Wie wird eine Klappe geschlagen ?

    von Matthias Uhlig | June 28, 2007

    Das Wichtigste zuerst: Sie muß natürlich im Bild sein. Man beobachtet die Kamera und sieht, wo das Bild ist. Ein Tip: Man versucht, sein Gesicht im Objektiv zu sehen. Da wo man das Gesicht sieht, schlägt man die Klappe.

    Wenn man weiß, wo das Bild ist, ist die nächste Frage: Welche Brennweite hat das Objektiv, d.h. wie weit muß ich mit der Klappe weggehen, damit sie vollständig im Bild ist. Um das herauszufinden gibt es mehrere Möglichkeiten.

    Entweder, man sieht durch die Kamera und merkt sich den Bildausschnitt. (schlecht, weil man den Kameramann, die Kamerafrau bei der Arbeit stört).

    Oder, man fragt den Kameraassistenten. (Auch schlecht, weil man den Assi bei der Arbeit stört).

    Oder, man sieht auf das Objektiv und rechnet sich die Entfernung aus.

    Oder, die beste Möglichkeit: man ist auf Draht und weiß immer was gerade gedreht wird. Dann weiß man auch automatisch, wo man die Klappe am besten hinhält. Zum Beispiel eine Totale: Totalen werden meistens mit kurzen Brennweiten gedreht, also bleibt man in der Nähe der Kamera stehen. Dreht man aber eine Großaufnahme, z.B. ein Close-Up eines Schauspielers, hält man die Klappe direkt vors Gesicht.

    Wie schlägt man eine Klappe ? Ganz einfach, man schlägt die beiden Sticks zusammen. Man sollte darauf achten, daß man die Lautstärke der Ansage und des Schlagens der Umgebung anpasst. Das heißt konkret, bei einer intimen Liebesszene hat es wenig Sinn, die Klappe mit Macht zu zu donnern und die Ansage laut in den Raum zu schreien, und auf dem Rummelplatz ist es ungünstig, die Ansage leise zu flüstern und die Klappe ganz vorsichtig zu zu machen.

    Achtung bei Close-Ups. Viele Schauspieler reagieren etwas empfindlich, wenn man die Klappe zu laut direkt vor ihrem Gesicht schlägt. Es ist sowieso günstiger, soviel Abstand wie möglich von den Schauspielern zu nehmen. Lieber eine kleinere Klappe benutzen, wenn möglich, als ihnen damit die Nase einzuklemmen.

    Mit dem Schneideraum absprechen, wie die Klappe geschlagen werden soll. Soll sie nach dem Schlagen geschlossen bleiben, oder soll man sie zu und wieder aufmachen ?

    Bei stummen Klappen (d.h. Aufnahmen ohne Ton) muß entweder “MOS” oder “St” oder “Stumm” auf der Klappe stehen. Es ist ganz wichtig, daß die Klappe geschlossen ist, weil sonst der Schneideraum annimmt, daß der Clapper nur vergessen hat, das “MOS” wegzuwischen und nach einem passenden Ton sucht.

    Falls die Klappe aus irgendeinem Grund mal nicht im Bild war, schlägt man sie sofort ein zweites Mal und sagt “Zweite Klappe gilt” an, um dem Schneideraum anzuzeigen, daß der erste Klapp auf dem Tonband ungültig ist.

    Schlußklappen: Wenn man aus irgendeinem Grund die Klappe nicht am Anfang eines Takes schlagen kann, schlägt man sie halt am Ende. Dafür muß die Klappe verkehrt herum, d.h. auf dem Kopf gehalten werden. Am Anfang des Takes sagt man nur “Schlußklappe” an, am Ende des Takes, sofort nach dem “Danke” (manche Regisseure sagen in diesem Fall auch “Schlußklappe”) schlägt man die Klappe und sagt sie dann mit dem Zusatz “Schlußklappe” an. Wichtig: Erst schlagen, dann ansagen, weil sonst der Film die ganze Ansage hindurch mitläuft und das kostet.

    Schnapsklappen: Wenn die Klappe eine Schnapszahl zeigt, wird eine Schnapsklappe geschlagen. Derjenige, auf den diese Klappe geschlagen wird, gibt einen aus. Das geht folgendermaßen: Man malt ein Sektglas oder ähnliches auf die Klappe. Mann sagt die Schnapsklappe folgendermaßen an: “Sowieso die so-und-so-vielte, Schnapsklappe auf Irgendwen”. Am besten mit dem Script/Continuity absprechen, wer die Klappe kriegen soll.

    Immer darauf achten, daß die Klappe im Licht ist. Wenn kein Licht vorhanden ist, mit Taschenlampe anleuchten.

    Insert-Slate: Für Inserts benutzt man eine kleine Tafel (Insert-Slate), ohne Clapsticks, die mit den notwendigen Daten beschrifte wird. Hat man keine Insert-Slate zur Hand, oder erfordert die Einstellung eine geschlagene Klappe, kann man auch ein stück Lassoband auf den Clapstick kleben, auf dem man die Einstellungsnummer notiert. Dann hält man nur den Teil der Klappe mit dem Lassoband ins Bild.

    Western-Sticks: Für extrem weite Einstellungen, bei der man nicht nahe an die Kamera herankommen kann, empfehlen sich Western-Sticks. Diese sehen aus wie der obere Teil der Klappe, ohne die Tafel, sind nur um einiges größer. Um die Identifizierung der gedrehten Einstellungen zu erleichtern dreht man sobald möglich eine stumme Schlußklappe nach (wenn man die Möglichkeit hat, sollte man eine stumme Klappe vordrehen).

    Beim Dreh mit einer Video-Control-Box, bzw. beim Phasenschieben allgemein, sollte die Klappe erst geschlagen werden, wenn die Phase “steht”, da sonst der Ton asynchron werden kann.

    Topics: Arbeit am Set |

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